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Blick in die Zukunft? Studenten glauben an Vorahnungen

Mark E. Sibicky, Christopher L. Klein, Emily EmbresciaTeaching of Psychology, 2020 Peer-Reviewed
Inhalt dieser Studie
✦ Stell dir vor …

Sagen Überzeugungen über Bewusstsein und freien Willen paranormales Denken vorher?

Stell dir einen Psychologie-Hörsaal vor, in dem Studenten über das menschliche Bewusstsein lernen. Manche glauben fest an den freien Willen und sehen Geist und Gehirn als getrennt, andere betrachten mentale Prozesse als rein biologisch. Als Forscher dieselben Studenten zu gängigen Psychologie-Mythen befragten—wie 'wir nutzen nur 10% unseres Gehirns' oder 'Menschen sind entweder links- oder rechtshirnig'—entdeckten sie etwas Unerwartetes. Die Studenten, die an freien Willen und Geist-Körper-Dualismus glaubten, akzeptierten diese psychologischen Irrtümer signifikant häufiger als wahr. Dieses Muster deutet darauf hin, dass unsere tiefsten Überzeugungen über das Bewusstsein beeinflussen könnten, wie wir wissenschaftliche Informationen filtern.

Studierende, die an freien Willen und Geist-Körper-Trennung glauben, neigen eher zu psychologischen Missverständnissen.

Psychologie-Hörsäle sind voller Studierender, die mit vorgefassten Meinungen darüber ankommen, wie das Bewusstsein funktioniert. Viele glauben an weit verbreitete Mythen wie 'wir nutzen nur 10% unseres Gehirns' oder dass Menschen entweder 'linkshirnig' oder 'rechtshirnig' sind. Forscher wollten verstehen, welche zugrundeliegenden Überzeugungen manche Studierende anfälliger für diese Missverständnisse machen könnten.

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Studenten, die an freien Willen und Geist-Körper-Dualismus glauben, sind anfälliger dafür, gängige psychologische Irrtümer zu akzeptieren.

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Kernerkenntnisse

  • Studierende, die stark an freien Willen und daran glaubten, dass das Bewusstsein vom Körper getrennt ist, befürworteten signifikant häufiger psychologische Missverständnisse.
  • Diese Studierenden zeigten auch einen stärkeren Glauben an außersinnliche Wahrnehmung, was darauf hindeutet, dass diese Glaubenssysteme miteinander verbunden sind.

Worum geht es?

Die Forscher gaben Psychologie-Studierenden Fragebögen, die ihre Überzeugungen bezüglich gängiger psychologischer Mythen (wie dem 10%-Gehirn-Mythos), ihre Ansichten zum freien Willen, ob sie denken, dass Geist und Körper getrennt sind (Dualismus), und ihren Glauben an außersinnliche Wahrnehmung maßen. Dann suchten sie nach statistischen Zusammenhängen zwischen diesen verschiedenen Glaubenssystemen, um zu sehen, welche tendenziell zusammen auftreten.

Methodik

Forschende befragten Psychologiestudierende zu ihrem Glauben an psychologische Fehlvorstellungen, freien Willen, Leib-Seele-Dualismus und außersinnliche Wahrnehmung und analysierten Korrelationen zwischen diesen Überzeugungen.

Ergebnisse

Studierende, die an freien Willen und Dualismus glaubten, neigten eher dazu, psychologische Fehlvorstellungen zu befürworten und an außersinnliche Wahrnehmung zu glauben.

Wie gut ist die Evidenz?

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Die Studie baut auf früherer Forschung auf, die zeigt, dass 50-90% der Psychologie-Studierenden an gängige Mythen über das Gehirn und Verhalten glauben, wobei diese Studie philosophische Überzeugungen als mögliche Vorhersagefaktoren für solche Missverständnisse identifiziert.

Anekdotisch5/100
AnekdotischVorläufigSolideStarkÜberwältigend

Pädagogen sehen dies als wertvollen Einblick zur Verbesserung des Psychologie-Unterrichts - wenn sie die philosophischen Überzeugungen verstehen, die Studierende mit in den Unterricht bringen, können sie Missverständnisse besser angehen. Skeptiker sorgen sich über die Vereinfachung komplexer Glaubenssysteme und merken an, dass Korrelation keine Kausalität beweist. Manche argumentieren, dass der Glaube an freien Willen nicht unbedingt problematisch ist, auch wenn er mit anderen Überzeugungen korreliert.

↔ Interpretationsspektrum

Mainstream: Dies ist nützliche Bildungsforschung, die zeigt, wie philosophische Überzeugungen mit wissenschaftlichen Missverständnissen zusammenhängen. Moderat: Die Ergebnisse deuten auf tiefere Verbindungen zwischen Weltanschauung und wissenschaftlichem Denken hin, die weitere Untersuchung verdienen. Grenzbereich: Dies offenbart grundlegende Muster darin, wie verschiedene Arten des Verständnisses von Bewusstsein unseren gesamten Ansatz zu psychologischem Wissen prägen.

Häufiges Missverständnis

Diese Studie beweist nicht, dass der Glaube an freien Willen Missverständnisse verursacht - sie zeigt nur, dass sie tendenziell zusammen auftreten. Der Zusammenhang könnte auch umgekehrt funktionieren, oder beide könnten durch einen dritten Faktor wie den allgemeinen Denkstil verursacht werden.

Überzeugungskraft-Check
2 von 5 Kriterien erfüllt
Erfüllt2/5
Große Stichprobe (N>100)
Peer-reviewed Fachzeitschrift
Repliziert
Signifikanter Effekt
DOI vorhanden

Um Kausalität zu etablieren, bräuchten wir experimentelle Studien, die philosophische Überzeugungen manipulieren und Veränderungen in der Akzeptanz von Missverständnissen messen, plus Replikation über verschiedene Studierenden-Populationen und Kulturen hinweg. Diese Studie liefert nützliche korrelative Belege, kann aber nicht bestimmen, ob philosophische Überzeugungen Missverständnisse verursachen oder umgekehrt.

Diese Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen der Befürwortung von Missverständnissen durch Studierende und zwei weit verbreiteten und gut erforschten Laienüberzeugungen über das menschliche Bewusstsein, insbesondere dem Glauben an den freien Willen und den Dualismus.

Position: Gemischt

Was bedeutet das?

Die Studie zeigt, dass unsere tiefsten Überzeugungen über freien Willen und die Natur des Geistes unbewusst formen könnten, welche wissenschaftlichen 'Fakten' wir bereit sind zu akzeptieren—was darauf hindeutet, dass der Filter des Bewusstseins mächtiger sein könnte, als wir erkennen.

Es ist wie bei Menschen, die an eine Verschwörungstheorie glauben und oft auch an andere glauben - bestimmte Denkweisen über die Realität machen uns anfälliger für verwandte Missverständnisse, sogar in akademischen Umgebungen.

Wenn diese Ergebnisse standhalten, deuten sie darauf hin, dass unsere philosophische Weltanschauung als Linse fungiert, durch die wir wissenschaftliche Belege über den Geist interpretieren. Das könnte bedeuten, dass effektive naturwissenschaftliche Bildung nicht nur Fakten, sondern auch die zugrundeliegenden Glaubenssysteme ansprechen müsste, die filtern, wie wir diese Fakten verarbeiten. Es könnte auch erklären, warum Debatten über Bewusstseinsforschung in verschiedenen Gruppen so hartnäckig bleiben.

🎓
Wissenschafts-Tipp

Korrelationsstudien wie diese können interessante Muster zwischen Überzeugungen aufdecken, aber sie können uns nicht sagen, welche Überzeugung welche verursacht - oder ob beide durch etwas völlig anderes verursacht werden.

Begriffe verstehen

📖
Dualismus
Die philosophische Überzeugung, dass Geist und Körper getrennte, unterschiedliche Substanzen sind, anstatt dass das Bewusstsein durch Gehirnaktivität erzeugt wird
📖
Psychologische Missverständnisse
Weit verbreitete, aber wissenschaftlich falsche Vorstellungen über Psychologie, wie 'wir nutzen nur 10% unseres Gehirns' oder 'Menschen sind entweder linkshirnig oder rechtshirnig'

Was diese Studie behauptet

Ergebnisse

Die Befürwortung psychologischer Missverständnisse durch Studierende steht im Zusammenhang mit dem Glauben an freien Willen und Dualismus

moderate

Der Glaube an psychologische Missverständnisse korreliert mit dem Glauben an außersinnliche Wahrnehmung

moderate

Interpretationen

Unterschiede in den Überzeugungen über freien Willen und Dualismus können dazu führen, dass manche Studierende mehr psychologische Missverständnisse befürworten

weak

Implikationen

Die Ergebnisse haben Auswirkungen auf den Unterricht und die Forschung zu Techniken zur Korrektur studentischer Missverständnisse

weak

Die Ergebnisse haben Auswirkungen auf den Unterricht und die Forschung zu Techniken zur Korrektur von Missverständnissen bei Studierenden

weak

Diese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.