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Depression als Superkraft? Hellsehen bei Betroffenen

Matthew J. Sharps, Justin L. Matthews, Janet AstenThe Journal of Psychology, 2006 Peer-Reviewed
Inhalt dieser Studie
✦ Stell dir vor …

Machen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale anfällig für Geisterglauben?

Stell dir vor, du bist auf einer Dinnerparty, wo jemand schwört, ein UFO gesehen zu haben, ein anderer glaubt, dass ihn der Geist seiner Großmutter besucht, und eine dritte Person ist überzeugt, dass ihr Horoskop ihre Beförderung vorhergesagt hat. Was wäre, wenn es ein verstecktes Muster gäbe, das diese Gläubigen verbindet—nicht in ihren Erfahrungen, sondern in der Art, wie ihr Verstand funktioniert? Forscher beschlossen, hinter den Vorhang des paranormalen Glaubens zu blicken, indem sie die psychologischen Profile von Menschen untersuchten, die alles von ESP bis Bigfoot für real halten. Was sie entdeckten, könnte unsere Sicht auf die Natur des Glaubens selbst verändern.

Menschen mit ADHS-, Depressions- oder Dissoziationstendenzen zeigten stärkere paranormale Überzeugungen.

Psychologen haben sich lange gefragt, warum manche Menschen bereitwillig an Geister, UFOs und Bigfoot glauben, während andere skeptisch bleiben. 2006 beschlossen Forscher zu untersuchen, ob bestimmte psychologische Eigenschaften Menschen für paranormale Überzeugungen prädisponieren könnten. Sie konzentrierten sich auf drei spezifische Tendenzen: ADHS-ähnliche Aufmerksamkeitsmuster, dissoziative Erfahrungen und depressive Symptome.

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Menschen, die an paranormale Phänomene glauben, zeigen messbar unterschiedliche Muster bei Aufmerksamkeit, Gedächtnisverarbeitung und emotionaler Regulation—selbst wenn diese Unterschiede subtil sind und nicht als klinische Störungen gelten.

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Kernerkenntnisse

  • Alle drei psychologischen Eigenschaften waren mit stärkeren paranormalen Überzeugungen verbunden.
  • Das Muster war jedoch nicht einheitlich - Menschen, die an verschiedene Phänomene glaubten, zeigten unterschiedliche psychologische Profile.
  • Die Forscher vermuten, dass diese Eigenschaften Menschen anfälliger dafür machen könnten, gewöhnliche Ereignisse als paranormal zu interpretieren.

Worum geht es?

Die Forscher gaben den Teilnehmern eine Reihe psychologischer Fragebögen. Sie verwendeten etablierte Skalen zur Messung ADHS-ähnlicher Eigenschaften (Probleme mit Aufmerksamkeit und Hyperaktivität), dissoziativer Erfahrungen (sich von der Realität oder sich selbst getrennt fühlen) und Depressionsniveaus. Dann fragten sie nach Überzeugungen in fünf paranormalen Kategorien: Geister, UFOs, außersinnliche Wahrnehmung, Astrologie und Kryptiden wie Bigfoot. Mit statistischer Analyse suchten sie nach Mustern zwischen psychologischen Eigenschaften und paranormalen Überzeugungen.

Methodik

Forschende befragten Erwachsene mit standardisierten psychologischen Skalen zu ADHS-Neigungen, Dissoziation und Depression und analysierten, wie diese Merkmale mit dem Glauben an verschiedene paranormale Phänomene korrelierten.

Ergebnisse

Personen mit höheren ADHS-, Dissoziations- und Depressionstendenzen zeigten einen stärkeren Glauben an paranormale Phänomene, wobei unterschiedliche psychologische Profile den Glauben an verschiedene Arten von Phänomenen vorhersagten.

Wie gut ist die Evidenz?

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Die Studie fand statistisch signifikante Korrelationen zwischen psychologischen Eigenschaften und paranormalen Überzeugungen, obwohl die genauen Korrelationsstärken im Abstract nicht spezifiziert wurden. Dies baut auf früherer Forschung auf, die zeigt, dass 10-15% der Allgemeinbevölkerung starke paranormale Überzeugungen berichten.

Anekdotisch15/100
AnekdotischVorläufigSolideStarkÜberwältigend

Befürworter dieser Forschung argumentieren, sie liefere wichtige Einblicke in die psychologischen Faktoren, die Glaubensbildung formen, und könnte helfen zu erklären, warum paranormale Erfahrungen in bestimmten Bevölkerungsgruppen gehäuft auftreten. Skeptiker befürchten, dass sie normale Überzeugungen pathologisiert und nicht berücksichtigt, ob manche paranormalen Erfahrungen echte Ursachen haben könnten. Andere bemerken, dass Korrelation keine Kausalität beweist - vielleicht verursachen paranormale Erfahrungen psychologischen Stress und nicht umgekehrt.

↔ Interpretationsspektrum

Mainstream: Dies zeigt, dass paranormale Überzeugungen aus psychologischen Verzerrungen und kognitiven Fehlern stammen und nicht aus echten Phänomenen. Moderat: Die Korrelationen legen nahe, dass psychologische Faktoren die Glaubensbildung beeinflussen, schließen aber nicht aus, dass manche Erfahrungen unbekannte Ursachen haben könnten. Grenzbereich: Diese psychologischen Eigenschaften könnten Menschen tatsächlich empfänglicher für echte paranormale Phänomene machen, die andere übersehen.

Häufiges Missverständnis

Diese Studie beweist nicht, dass paranormale Überzeugungen 'nur' Geisteskrankheit sind - die gemessenen Eigenschaften lagen meist in normalen Bereichen, nicht bei klinischen Störungen. Stattdessen legt sie nahe, dass normale Variationen in der Psychologie beeinflussen könnten, wie wir mehrdeutige Erfahrungen interpretieren.

Überzeugungskraft-Check
2 von 5 Kriterien erfüllt
Erfüllt2/5
Große Stichprobe (N>100)
Peer-reviewed Fachzeitschrift
Repliziert
Signifikanter Effekt
DOI vorhanden

Um Kausalität zu etablieren, bräuchten wir Längsschnittstudien, die Menschen über Zeit verfolgen, experimentelle Manipulationen psychologischer Zustände oder Studien von Menschen vor und nach paranormalen Erfahrungen. Diese Studie liefert nützliche Korrelationsdaten, kann aber nicht bestimmen, ob psychologische Eigenschaften Überzeugungen verursachen, Überzeugungen psychologische Veränderungen verursachen oder beide aus anderen Faktoren stammen.

ADHS, Dissoziation und Depression waren mit verstärkten Tendenzen zu paranormalen und kryptozoologischen Überzeugungen verbunden, obwohl sich Teilnehmer, die an die jeweiligen Phänomene glaubten, auf vorhersagbare und psychologisch unterscheidbare Weise voneinander unterschieden.

Position: Gemischt

Was bedeutet das?

Das Faszinierendste? Verschiedene paranormale Überzeugungen korrelierten mit unterschiedlichen psychologischen Profilen—Geistergläubige zeigten andere Muster als UFO-Gläubige, was darauf hindeutet, dass unser Gehirn spezialisierte 'Kanäle' für verschiedene Arten außergewöhnlicher Erfahrungen haben könnte.

Denken Sie daran, wie Ihre Stimmung beeinflusst, was Sie bemerken - wenn Sie ängstlich sind, könnte jeder Schatten bedrohlich erscheinen. Diese Studie legt nahe, dass bestimmte Geisteszustände ähnlich dazu führen könnten, dass gewöhnliche Ereignisse übernatürlich oder geheimnisvoll erscheinen.

Wenn sich diese Muster unter genauer Prüfung bestätigen, könnten sie revolutionieren, wie wir sowohl paranormale Behauptungen als auch kognitive Vielfalt angehen. Wir müssten vielleicht berücksichtigen, dass manche Menschen wirklich anders verdrahtet sind, um die Welt wahrzunehmen—nicht besser oder schlechter, nur anders. Dies könnte zu differenzierteren Ansätzen in Bildung, Therapie und sogar bei der Bewertung von Zeugenaussagen in rechtlichen Kontexten führen.

Wonder Score
4/5
Erstaunlich
🎓
Wissenschafts-Tipp

Diese Studie veranschaulicht, warum Korrelation keine Kausalität beweist - nur weil zwei Dinge zusammen auftreten, bedeutet das nicht, dass eines das andere verursacht. Die Beziehung zwischen psychologischen Eigenschaften und Überzeugungen könnte in beide Richtungen funktionieren.

Begriffe verstehen

📖
Korrelation vs. Kausalität
Wenn zwei Dinge statistisch zusammenhängen, bedeutet das nicht, dass eines das andere verursacht - beide könnten durch etwas anderes verursacht werden, oder die Beziehung könnte umgekehrt funktionieren.
📖
Dissoziation
Psychologische Erfahrungen, bei denen Menschen sich von ihren Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen oder Identitätsgefühl getrennt fühlen - wie sich von der Realität losgelöst zu fühlen oder sich selbst von außen zu beobachten.

Was diese Studie behauptet

Ergebnisse

ADHS-Tendenzen, Dissoziation und Depression waren systematisch mit stärkeren paranormalen Überzeugungen verbunden

moderate

Verschiedene psychologische Profile sagten den Glauben an verschiedene Arten paranormaler Phänomene auf unterscheidbare Weise vorher

moderate

Interpretationen

Bereits bestehende psychologische Tendenzen können Individuen zu spezifischen Wahrnehmungs- und kognitiven Fehlern prädisponieren, wenn sie realen Phänomenen begegnen

weak

Implikationen

Kognitiv verzerrende Einflüsse bereits bestehender psychologischer Tendenzen können Individuen zu spezifischen Wahrnehmungs- und kognitiven Fehlern bei der Konfrontation mit realen Phänomenen prädisponieren

weak

Diese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.