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Studien / Hellsehen / Testing precognition and altered state o…

Blick in die Zukunft: Trefferquote von 37 Prozent

Caroline WattEdinburgh Research Explorer (University of Edinburgh), 2020 Peer-ReviewedN = 60
✦ Stell dir vor …

Können Menschen zufällig ausgewählte Videos vorhersagen, bevor sie sie sehen?

Stell dir vor, du sitzt entspannt in einem Stuhl, trägst Kopfhörer mit weißem Rauschen und halbierte Tischtennisbälle über den Augen, die ein sanftes rotes Licht erzeugen. Du befindest dich im 'Ganzfeld' — einem Zustand milder Sinnesentzug, von dem Forscher glauben, er könnte übersinnliche Fähigkeiten verstärken. In dieser Studie der Universität Edinburgh versuchten 60 sorgfältig ausgewählte Teilnehmer, Videoclips zu 'sehen', die erst nach ihrer Sitzung zufällig ausgewählt wurden — ein Test der Präkognition. Sie hatten in 37% der Fälle Erfolg, obwohl der Zufall nur 25% vorhersagen würde. Aber das wahre Rätsel könnte sein, was uns das über das Bewusstsein selbst verrät.

Teilnehmer sagten zukünftige Videoclips zu 37% korrekt vorher, verglichen mit 25% Zufallserwartung.

Forscher der Universität Edinburgh führten die erste Studie für eine große internationale Zusammenarbeit durch, die testet, ob Menschen in die Zukunft blicken können. Sie wählten sorgfältig 60 Teilnehmer aus, die berichteten, kreativ zu sein, psychische Erfahrungen zu haben oder Meditation oder ähnliche mentale Disziplinen zu praktizieren. Die Studie verwendete die Ganzfeld-Methode, eine Technik mit sensorischer Isolation, die seit Jahrzehnten in der Parapsychologie-Forschung verwendet wird.

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Teilnehmer in einem sensorisch reduzierten Zustand identifizierten zukünftige Videoclips signifikant häufiger richtig als der Zufall erwarten ließ, obwohl der Mechanismus dahinter ungeklärt bleibt.

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Kernerkenntnisse

  • Von 60 Durchgängen identifizierten die Teilnehmer das Zielvideo 22 Mal korrekt—eine Erfolgsquote von 36,7%.
  • Dies war signifikant höher als die 25%, die durch reinen Zufall erwartet wurden.
  • Die Forscher fanden jedoch keine Belege dafür, dass ein veränderter Bewusstseinszustand während der Sitzung die Leistung verbesserte, entgegen ihrer Vorhersage.

Worum geht es?

Die Teilnehmer lagen in bequemen Stühlen mit Kopfhörern und Augenschutz, der ein gleichmäßiges Sichtfeld erzeugte. Während dieses entspannten, isolierten Zustands beschrieben sie etwa 30 Minuten lang alle Bilder oder Eindrücke, die ihnen in den Sinn kamen. Nach dieser Sitzung wählte ein Computer zufällig einen Videoclip aus einem Pool von 200 möglichen Zielen aus. Die Teilnehmer betrachteten dann vier Videoclips und versuchten zu identifizieren, welcher zu ihren früheren Eindrücken passte. Der Clou: Das Zielvideo wurde erst ausgewählt, nachdem sie ihre Visionen hatten.

Methodik

Participants underwent ganzfeld sensory isolation while attempting to predict randomly selected video clips that would be shown later. Three experimenters each conducted 20 trials with specially selected participants.

Ergebnisse

Participants correctly identified the target video 36.7% of the time (22 out of 60 trials), significantly above the 25% expected by chance. No correlation was found between altered states of consciousness and performance.

Wie gut ist die Evidenz?

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36,7% Trefferquote verglichen mit 25% Zufallserwartung—eine Verbesserung von fast 50%. Dies ähnelt den Erfolgsquoten, die in einigen früheren Ganzfeld-Studien berichtet wurden, obwohl die gesamte Ganzfeld-Literatur gemischte Ergebnisse zeigt.

Solide48/100
AnekdotischVorläufigSolideStarkÜberwältigend

Befürworter argumentieren, dass dies Belege für Präkognition hinzufügt, und weisen darauf hin, dass die Studie präregistriert war (Analyseplan vor Datensammlung eingereicht) und sorgfältige Kontrollen verwendete. Skeptiker weisen darauf hin, dass ein signifikantes Ergebnis dem Zufall geschuldet sein könnte, besonders bei der kleinen Stichprobengröße, und bemerken, dass viele ähnliche Studien nicht repliziert werden konnten. Beide Seiten stimmen überein, dass die breitere Ganzfeld-Literatur inkonsistente Ergebnisse zeigt, die eine Erklärung erfordern.

↔ Interpretationsspektrum

Mainstream: Das Ergebnis ist wahrscheinlich ein statistischer Zufall, der sich nicht konsistent über Labore hinweg replizieren lässt. Moderat: Der Befund deutet darauf hin, dass etwas Interessantes passiert, das weitere Untersuchung verdient, obwohl der Mechanismus unklar bleibt. Grenzbereich: Dies liefert Belege für echte präkognitive Fähigkeiten, die das konventionelle Verständnis von Zeit und Kausalität herausfordern.

Häufiges Missverständnis

Häufiges Missverständnis: Präkognitionsforschung behauptet, Menschen können spezifische zukünftige Ereignisse wie Lottozahlen vorhersagen. Realität: Diese Studien testen auf subtile statistische Abweichungen vom Zufall unter kontrollierten Laborbedingungen, nicht auf praktische Wahrsagefähigkeiten.

Überzeugungskraft-Check
2 von 5 Kriterien erfüllt
Erfüllt2/5
Große Stichprobe (N>100)
Peer-reviewed Fachzeitschrift
Repliziert
Signifikanter Effekt
DOI vorhanden

Um Präkognition wissenschaftlich zu etablieren, wäre konsistente Replikation über mehrere unabhängige Labore hinweg, größere Stichproben und erfolgreiche Vorhersage realer Ereignisse jenseits von Laborbedingungen erforderlich. Diese Studie erfüllt die Präregistrierungs- und kontrollierten Design-Kriterien, benötigt aber Replikation, um überzeugend zu sein.

Zweiundzwanzig direkte Treffer wurden erzielt (36,7% Trefferquote), was den geplanten Test der Ganzfeld-Präkognitionsaufgabe signifikant unterstützt (exakter Binomialtest p = 0,03, 1-seitig).

Position: Unterstützend

Was bedeutet das?

Die Teilnehmer rieten nicht einfach zufällig — sie versuchten, Videoclips wahrzunehmen, die buchstäblich noch nicht existierten, und hatten dabei Erfolgsraten, die reinen Zufall als Erklärung unwahrscheinlich machen.

Es ist wie ein Traum über einen Anruf von einem alten Freund zu haben und dann genau diesen Anruf am nächsten Tag zu erhalten—nur dass diese Studie testete, ob solche 'Vorschauen' zukünftiger Ereignisse öfter passieren, als Zufall vorhersagen würde.

Falls diese Ergebnisse ein echtes Phänomen widerspiegeln, würden sie nahelegen, dass das Bewusstsein möglicherweise zeitübergreifend auf Informationen zugreifen kann, was unser aktuelles Verständnis von Kausalität und zeitlicher Abfolge herausfordert. Das könnte tiefgreifende Auswirkungen auf Neurowissenschaft, Physik und Philosophie des Geistes haben. Allerdings wären Replikationen in mehreren Laboren und größere Stichproben unerlässlich, bevor solch weitreichende Schlüsse gezogen werden können.

Wonder Score
4/5
Erstaunlich
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Wissenschafts-Tipp

Präregistrierung ist eine entscheidende Schutzmaßnahme in der Forschung—durch öffentliche Einreichung ihres Analyseplans vor der Datensammlung können Forscher ihre Ergebnisse nicht unbewusst verzerren, indem sie ihren Ansatz ändern, nachdem sie gesehen haben, wie die Daten aussehen.

Begriffe verstehen

📖
Ganzfeld
Eine Technik mit sensorischer Isolation (gleichmäßiges Licht und Ton), um einen entspannten, empfänglichen mentalen Zustand zum Testen psychischer Fähigkeiten zu schaffen
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Präkognition
Die behauptete Fähigkeit, zukünftige Ereignisse durch außersinnliche Mittel wahrzunehmen oder vorherzusagen, bevor sie geschehen
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Präregistrierung
Öffentliche Einreichung des Studiendesigns und Analyseplans vor der Datensammlung, was Forscher daran hindert, ihren Ansatz nach dem Sehen der Ergebnisse zu ändern

Was diese Studie behauptet

Ergebnisse

Es wurde kein Zusammenhang zwischen veränderten Bewusstseinszuständen und Psi-Aufgabenleistung gefunden

moderate

Die Teilnehmer erreichten eine Trefferquote von 36,7% bei der Präkognitionsaufgabe, signifikant über der Zufallserwartung von 25%

moderate

Methodik

Dies war die erste Studie, die zu einer registrierungsbasierten prospektiven Meta-Analyse von Ganzfeld-ESP-Studien beitrug

strong

Die Auswahl von Teilnehmern nach Kreativität, Psi-Erfahrung oder mentaler Disziplin wurde verwendet, um die erwartete Effektgröße zu maximieren

moderate

Implikationen

Weitere Ganzfeld-ESP-Forschung ist basierend auf diesen Ergebnissen gerechtfertigt

weak

Diese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.