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Studien / Remote Viewing / Do You Know Who is Calling? Experiments …

Gedankenlesen am Telefon? Studie sorgt für Aufsehen

Harald WalachThe Open Psychology Journal, 2009 Peer-Reviewed
✦ Stell dir vor …

Können manche Menschen wirklich spüren, wer anruft, bevor sie abheben?

Stell dir vor: Dein Telefon klingelt und bevor du auch nur aufs Display schaust, 'weißt' du irgendwie, dass deine Schwester dran ist. Deutsche Forscher beschlossen zu testen, ob diese alltägliche Erfahrung mehr als nur Zufall sein könnte. Sie führten kontrollierte Experimente durch, bei denen Teilnehmer erraten mussten, welche von vier möglichen Personen anrief—während das Telefon noch klingelte. Keine Anruferkennung, keine Hinweise, nur Intuition. Die meisten Menschen schnitten genau so ab, wie man es vom Zufall erwarten würde, aber dann passierte etwas Faszinierendes mit einer bestimmten Teilnehmerin. Könnten manche Menschen wirklich eine ungewöhnliche Fähigkeit besitzen zu spüren, wer anruft?

Die meisten Menschen können Anrufer nicht vorhersagen, aber eine Person schaffte es wiederholt über dem Zufall.

Viele Menschen behaupten, manchmal zu wissen, wer anruft, bevor sie abheben. Deutsche Forscher beschlossen, dieses Phänomen wissenschaftlich zu testen und berühmte Experimente von Rupert Sheldrake zu replizieren, die starke Belege für 'Telefon-Telepathie' gefunden hatten.

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Während die meisten Menschen Anrufer nicht besser als der Zufall vorhersagen können, deuten die Daten darauf hin, dass seltene Individuen möglicherweise konstant über den Zufallserwartungen abschneiden.

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Kernerkenntnisse

  • Die Gruppen als Ganzes zeigten keine telepathischen Fähigkeiten - sie rieten etwa so oft richtig, wie der Zufall vorhersagen würde (etwa 25-30%).
  • Eine einzelne Versuchsperson war jedoch bemerkenswert erfolgreich und identifizierte 10 von 20 Anrufern in einem Test und 24 von 60 in einem anderen Test korrekt - Ergebnisse, die statistisch sehr unwahrscheinlich durch Zufall allein auftreten würden.

Worum geht es?

Die Forscher führten drei Experimente durch, bei denen Versuchspersonen erraten mussten, welche von vier möglichen Personen anrief, während das Telefon noch klingelte. In der ersten Studie versuchten 21 Personen jeweils, 20 Anrufer zu identifizieren. Als die meisten Teilnehmer keine besondere Fähigkeit zeigten, testeten sie 8 vorausgewählte Personen in einer zweiten Studie. Eine Person schnitt bemerkenswert gut ab, also gaben sie ihr einen dritten Test mit 60 weiteren Telefonanrufen, um zu sehen, ob ihr Erfolg anhielt.

Methodik

Participants tried to identify which of four possible callers was phoning while the telephone was still ringing, across three separate experiments with different group sizes.

Ergebnisse

Overall groups showed no significant effect, but one individual participant correctly identified callers at rates significantly above chance in repeated testing.

Wie gut ist die Evidenz?

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Die erfolgreiche Versuchsperson erreichte 50% Genauigkeit (10/20 Anrufe) und 40% Genauigkeit (24/60 Anrufe) - doppelt so viel wie die erwarteten 25% durch Zufall. Dies steht im Kontrast zu Sheldrakes ursprünglichen Studien, die gruppenweite Effekte fanden, und typischen Bevölkerungsumfragen, bei denen nur 10-15% der Menschen starke Telefon-Telepathie-Erfahrungen berichten.

Anekdotisch5/100
AnekdotischVorläufigSolideStarkÜberwältigend

Befürworter argumentieren, dass diese Studie Telefon-Telepathie tatsächlich unterstützt, indem sie eine wirklich begabte Person identifizierte, die konstant über dem Zufall in mehreren Tests abschnitt. Skeptiker entgegnen, dass das Testen vieler Menschen, bis man eine erfolgreiche findet, durch statistischen Zufall erklärt werden könnte, und weisen auf das Scheitern hin, die ursprünglichen Gruppeneffekte zu replizieren. Beide Seiten sind sich einig, dass rigorosere Tests außergewöhnlicher Individuen nötig sind.

↔ Interpretationsspektrum

Mainstream: Die Ergebnisse spiegeln statistischen Zufall und selektive Berichterstattung erfolgreicher Individuen aus einem größeren Pool wider. Moderat: Während Gruppeneffekte nicht repliziert wurden, rechtfertigt der Einzelfall weitere Untersuchungen mit besseren Kontrollen. Frontier: Dies zeigt, dass Telefon-Telepathie bei seltenen begabten Individuen existiert und unterstützt breitere Theorien psychischer Phänomene.

Häufiges Missverständnis

Häufiger Irrtum: Wenn Telefon-Telepathie existiert, sollte jeder dazu fähig sein. Realität: Diese Studie legt nahe, dass das Phänomen, falls es überhaupt existiert, auf sehr seltene Individuen mit ungewöhnlichen Fähigkeiten beschränkt sein könnte, nicht auf eine allgemeine menschliche Fähigkeit.

Überzeugungskraft-Check
2 von 5 Kriterien erfüllt
Erfüllt2/5
Große Stichprobe (N>100)
Peer-reviewed Fachzeitschrift
Repliziert
Signifikanter Effekt
DOI vorhanden

Um diese Frage zu klären, wären präregistrierte Studien mit größeren Stichproben, ordentlicher Verblindung und unabhängiger Replikation außergewöhnlicher Individuen in mehreren Labors nötig. Diese Studie erfüllt die Kriterien kontrollierter Tests und statistischer Berichterstattung, aber es fehlen Präregistrierung und angemessene Stichprobengrößen für definitive Schlussfolgerungen.

Wir konnten keinen Effekt anomaler Wahrnehmung in selbst ausgewählten Stichproben finden. Aber unsere Daten legen auch stark nahe, dass es einige wenige Versuchspersonen gibt, die zuverlässig und wiederholt über dem Zufall punkten können.

Position: Gemischt

Was bedeutet das?

Eine Teilnehmerin identifizierte den Anrufer korrekt 10 von 20 Mal, während der Zufall nur 5 vorhersagen würde—die Wahrscheinlichkeit, dass dies zufällig passiert, liegt bei weniger als 2 von 100. Sie behielt diese Leistung dann in einer Folgestudie mit 60 zusätzlichen Versuchen bei.

Es ist, als hätte man einen Freund, der konsequent richtig rät, wenn man ihm gerade schreiben will, während die meisten Menschen es nur durch Zufall richtig treffen. Diese Studie testete, ob solche scheinbar übersinnlichen Momente öfter passieren, als purer Zufall erlauben würde.

Falls diese individuellen Unterschiede in anomaler Kognition real und replizierbar sind, könnte das darauf hindeuten, dass Bewusstsein auf Weise funktioniert, die von aktuellen wissenschaftlichen Modellen nicht vollständig erfasst werden. Dies könnte neue Forschungsrichtungen zur Natur menschlicher Wahrnehmung und Informationsverarbeitung eröffnen. Solche Implikationen würden jedoch nur dann bedeutsam werden, wenn sich die Effekte als robust über mehrere Labore und größere Stichproben erweisen.

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Wissenschafts-Tipp

Diese Studie zeigt die Wichtigkeit, außergewöhnliche Behauptungen sowohl auf Gruppen- als auch auf individueller Ebene zu testen - manchmal könnten Phänomene, die nicht in der Allgemeinbevölkerung auftreten, dennoch bei seltenen Individuen existieren.

Begriffe verstehen

📖
Anomale Wahrnehmung
Die behauptete Fähigkeit, Informationen durch Mittel zu erlangen, die nicht durch bekannte Sinneswahrnehmungen oder logische Schlussfolgerungen erklärt werden können
📖
Replikation
Die Wiederholung eines wissenschaftlichen Experiments, um zu sehen, ob dieselben Ergebnisse auftreten, was entscheidend für die Validierung von Forschungsergebnissen ist
📖
Statistische Signifikanz
Ein Maß, das anzeigt, dass Forschungsergebnisse unwahrscheinlich allein durch Zufall aufgetreten sind, typischerweise wenn der p-Wert unter 0,05 liegt

Was diese Studie behauptet

Ergebnisse

Die Studie konnte Sheldrake und Smarts hochsignifikante Effekte auf Gruppenebene nicht replizieren

moderate

Selbst ausgewählte Gruppen zeigten keinen signifikanten Telefon-Telepathie-Effekt (26,7% und 30% Trefferquoten vs 25% Zufall)

moderate

Eine einzelne Versuchsperson erzielte statistisch signifikante Ergebnisse in zwei separaten Tests (50% und 40% Trefferquoten)

moderate

Interpretationen

Einige wenige Teilnehmer könnten in der Lage sein, bei Telefonanrufer-Identifikationsaufgaben zuverlässig und wiederholt über dem Zufall zu punkten

weak

Die Ergebnisse legen nahe, dass Telefon-Telepathie auf seltene Individuen beschränkt sein könnte und kein allgemeiner Bevölkerungseffekt ist

weak

Diese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.