Psi-Phänomene real? Neue Beweise unter der Lupe
Inhalt dieser Studie
Warum erleben manche Menschen 'das Unmögliche', während andere es nie tun?
Ein Persönlichkeitstest zeigt auf, warum manche Menschen für paranormale Erfahrungen anfällig sind.
In Barcelona wollte der Psychologe Álex Escolà-Gascón verstehen, warum manche gesunden, zurechnungsfähigen Menschen unmögliche Erfahrungen berichten – Geister, Vorahnungen, seltsame Zufälle – während andere ihr ganzes Leben lang ohne solche Momente leben. Im Jahr 2020 testete er einen umfassenden neuen Fragebogen an über 800 Personen, gleichmäßig aufgeteilt zwischen festen Gläubigen und kompletten Skeptikern, um das psychologische Terrain des Paranormalen zu kartieren.
Kernerkenntnisse
- Der Test funktionierte zuverlässig bei beiden Gruppen – er maß dieselben zugrunde liegenden Eigenschaften bei Skeptikern und Gläubigen gleichermaßen.
- Gläubige erreichten signifikant höhere Werte in vier Schlüsselbereichen: den anomalen Erfahrungen selbst, bestimmten Persönlichkeitsmustern, Suggestibilität gegenüber Einfluss und veränderten Bewusstseinszuständen (wie tiefer Absorption oder Tagträumen).
- Die statistischen Modelle zeigten, dass spezifische psychologische Eigenschaften und keine psychische Krankheit vorhersagen, wer paranormale Erfahrungen berichten wird.
Worum geht es?
Die Forscher entwickelten einen detaillierten Fragebogen namens MMSI-2, der nach ungewöhnlichen Erfahrungen, Denkmustern und Persönlichkeitsbesonderheiten fragt. Sie gaben diesen 804 Erwachsenen ohne psychiatrische Vorgeschichte – genau die Hälfte glaubte an paranormale Dinge, die andere Hälfte nicht. Dann nutzten sie Statistik, um zu prüfen, ob der Fragebogen tatsächlich das maß, was er beanspruchte, und ob er bei beiden Gruppen gleich funktionierte. Sie suchten auch nach spezifischen psychologischen Mustern, die erklären könnten, warum Gläubige mehr seltsame Erfahrungen berichten.
Psychometrische Validierungsstudie mit konfirmatorischer Faktorenanalyse und latenter Mittelwertanalyse eines Fragebogens zur Messung von anomalen Erfahrungen und psychologischen Merkmalen, Vergleich von 804 Gläubigen vs. Nicht-Gläubigen.
Das MMSI-2 zeigte starke faktorielle Invarianz und Reliabilität; Gläubige erzielten signifikant höhere Werte als Nicht-Gläubige in vier latenten Variablen, darunter veränderte Bewusstseinszustände und Suggestibilität.
Wie gut ist die Evidenz?
804 Teilnehmende – etwa die Passagierkapazität von zwei Boeing 747 – aufgeteilt exakt 50/50 zwischen Gläubigen und Skeptikern. Diese große, ausgewogene Stichprobe erlaubte es den Forschern festzustellen, dass Gläubige in allen vier gemessenen Dimensionen höher punkteten, mit statistischer Sicherheit, dass dies nicht auf Zufall zurückzuführen war.
Befürworter argumentieren, dies bestätige anomale Erfahrungen als reale psychologische Phänomene, die der Untersuchung würdig seien, und zeige, dass bestimmte kognitive Stile als 'Rezeptoren' für Psi wirken. Skeptiker entgegnen, die Studie kartiere lediglich Persönlichkeitsunterschiede ab – Gläubige seien einfach suggestibler und anfälliger für ungewöhnliche Wahrnehmungserfahrungen – und dass die Messung subjektiven Glaubens kein Beweis für objektive paranormale Fähigkeiten sei.
Mainstream: Das MMSI-2 identifiziert normale Persönlichkeitsvariationen wie Suggestibilität, die dazu führen, dass Menschen gewöhnliche Erfahrungen fälschlicherweise als paranormal interpretieren. / Moderat: Bestimmte psychologische Eigenschaften (Absorption, Dissoziation) schaffen Zustände, in denen anomale Erfahrungen wahrscheinlicher auftreten, sei es durch erweiterte Wahrnehmung oder kognitive Filterung. / Grenzbereich: Der Test misst echte Psi-Sensitivität, wobei spezifische psychologische Zustände als Kanäle für Informationen dienen, die normale sensorische Grenzen überschreiten.
Viele gehen davon aus, dass Menschen, die paranormale Erfahrungen berichten, psychisch krank oder 'verrückt' sein müssen. Diese Studie schloss gezielt Personen mit psychiatrischer Vorgeschichte aus und fand dennoch klare Unterschiede zwischen Gläubigen und Skeptikern. Die Erfahrungen korrelieren mit Eigenschaften wie Absorption und Suggestibilität – normalen Variationen der menschlichen Psychologie – nicht mit Pathologie.
Um zu zeigen, dass diese psychologischen Eigenschaften tatsächliche Psi-Fähigkeiten erleichtern und nicht nur mit Glauben korrelieren, bräuchten wir kontrollierte Experimente, bei denen Menschen mit hohen Werten in diesen Eigenschaften bei objektiven Psi-Aufgaben (wie dem Vorhersagen von Zufallszahlen) besser abschneiden als Kontrollgruppen. Diese Studie liefert ein zuverlässiges Messinstrument für solche zukünftige Forschung, testet aber selbst nicht, ob anomale Erfahrungen reale Informationsübertragung oder nur interne Psychologie widerspiegeln.
Die Ergebnisse erlaubten die Annahme einer 'starken faktoriellen Invarianz' für die interne Struktur des MMSI-2... die latente Mittelwertanalyse zeigte, dass Gläubige höhere Werte als Nichtgläubige in den 4 latenten Variablen des Tests hatten.
Position: Unterstützend
Was bedeutet das?
Wie ein Quiz über Musikgeschmack vorhersagen kann, ob Sie introvertiert oder extrovertiert sind, nutzt dieses psychologische Profil Fragen zu Fantasie, Wahrnehmung und ungewöhnlichen Erfahrungen, um vorherzusagen, ob Sie wahrscheinlich 'unmögliche' Zufälle in Ihrer Umgebung bemerken (oder daran glauben) werden.
Wenn man zwei Gruppen vergleicht (wie Gläubige vs. Skeptiker), müssen Forscher zuerst beweisen, dass ihr Messinstrument bei beiden Gruppen gleich funktioniert – ansonsten könnten Punktedifferenzen Testverzerrungen widerspiegeln und nicht echte psychologische Unterschiede.
Begriffe verstehen
Was diese Studie behauptet
Ergebnisse
Das MMSI-2 zeigt eine starke faktorielle Invarianz zwischen paranormal gläubigen und nicht gläubigen Personen, was darauf hindeutet, dass der Test in beiden Gruppen dieselben zugrunde liegenden Konstrukte zuverlässig misst.
moderateMenschen, die an paranormale Phänomene glauben, erreichen signifikant höhere Werte als Skeptiker bei vier latenten Variablen: anomalen Erfahrungen, klinischen Persönlichkeitstendenzen, inkohärenten Manipulationen und veränderten Bewusstseinszuständen.
moderateKlinische Persönlichkeitstendenzen, Suggestibilität und veränderte Bewusstseinszustände dienen als signifikante psychologische Prädiktoren für das Berichten anomaler Erfahrungen.
moderateMethodik
Das MMSI-2 ist ein valides und zuverlässiges Instrument zur objektiven Bewertung anomaler Phänomene in nicht-klinischen Populationen.
moderateInterpretationen
Unterschiede zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen spiegeln messbare psychologische Eigenschaften wider und nicht Psychopathologie, da alle Teilnehmende auf psychiatrische Vorgeschichten hin geprüft wurden.
moderateDiese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.