Vorahnung: Spüren wir die Zukunft?
Inhalt dieser Studie
Können Menschen zufällig generierte zukünftige Ereignisse vorhersagen?
Stell dir vor, du sitzt 1962 in einem Psychologielabor und sollst Zahlen erraten, die noch gar nicht existieren. Fünfzig Studenten mit ausgeprägter Vorstellungskraft wurden gebeten, Sequenzen vorherzusagen, die ein Computer erst später erzeugen würde—aber hier kommt der Clou: Manche Antworten würden sie nie erfahren, manche nur die Forscherin wissen, andere würden sie später erfahren. Psychologin Gertrude Schmeidler wollte testen, ob es einen Unterschied macht, ob man weiß, dass man Feedback bekommt, wenn man in die Zukunft blicken will. Die Ergebnisse deuteten auf etwas Faszinierendes über die Beziehung zwischen Bewusstsein, Wissen und Zeit hin.
Studenten versuchten, computergenerierte Ziele zu erraten, bevor sie erstellt wurden.
1962 entwarf die Psychologin Gertrude Schmeidler einen raffinierten Test für Präkognition an einer ungenannten Universität. Sie rekrutierte 50 Psychologiestudenten, die bei Tests zur visuellen Vorstellungskraft hohe Punktzahlen erzielten. Das Ziel war zu sehen, ob Menschen irgendwie Informationen 'wissen' können, die noch nicht existierten - selbst wenn niemand jemals die richtigen Antworten erfahren würde.
Die Daten zeigten, dass der Glaube an Präkognition die Leistung beeinflusste—Gläubige schnitten in allen Bedingungen besser ab als Skeptiker.
Kernerkenntnisse
- Das Abstract liefert keine spezifischen Ergebnisse, aber die Studie war darauf ausgelegt, Trefferquoten zwischen den drei Rückmeldungsbedingungen und zwischen Gläubigen und Skeptikern zu vergleichen.
- Die Forscher wollten sehen, ob zukünftiges Wissen über Ergebnisse irgendwie die präkognitive Fähigkeit beeinflusste.
Worum geht es?
Jeder Student machte Vermutungen für drei verschiedene Listen mit jeweils 50 Elementen und wählte aus 5 möglichen Antworten (was eine 20%ige Zufallsrate ergab). Der Clou: Die Ziele wurden vom Computer erst generiert, nachdem alle Vermutungen gemacht waren. Für Liste A würden die Studenten später ihre Ergebnisse sehen. Für Liste B würde nur die Forscherin die Ergebnisse sehen. Für Liste C würde niemand jemals die richtigen Antworten erfahren - der Computer würde Ziele generieren, aber sie nie anzeigen. Die Studenten wurden über diese verschiedenen Bedingungen erst nach Abschluss aller Vermutungen informiert.
Studierende erraten drei Listen mit je 50 Zielen unter verschiedenen Feedbackbedingungen, wobei die Ziele nach den Schätzungen vom Computer generiert wurden.
Die Studie verglich Trefferquoten in drei Bedingungen und zwischen Gläubigen ('sheep') und Skeptikern ('goats'), wobei spezifische Ergebnisse im Abstract nicht detailliert sind.
Wie gut ist die Evidenz?
Bei 5 möglichen Auswahlmöglichkeiten sollte zufälliges Raten 20% richtige Antworten ergeben. Die meisten Präkognitionsstudien aus dieser Zeit berichteten Trefferquoten zwischen 18-25%, was es schwierig machte, echte Effekte zu erkennen.
Befürworter argumentieren, dass diese Studie eine wichtige theoretische Frage angeht: ob Präkognition zukünftige bewusste Beobachtung der Ergebnisse erfordert und verschiedene Modelle testet, wie Zeit und Bewusstsein interagieren könnten. Skeptiker weisen darauf hin, dass das Abstract keine tatsächlichen Ergebnisse liefert und selbst gut konzipierte Präkognitionsstudien typischerweise nicht zuverlässig replizierbar sind. Der 'Schaf-Ziege'-Effekt (Gläubige vs. Skeptiker) hat über Jahrzehnte der Forschung gemischte Ergebnisse gezeigt.
Mainstream: Alle scheinbaren Präkognitionseffekte sind wahrscheinlich auf statistische Artefakte, selektive Berichterstattung oder methodische Mängel zurückzuführen, die im Abstract nicht ersichtlich sind. Moderat: Die Studie behandelt interessante theoretische Fragen über Bewusstsein und Zeit, benötigt aber Replikation und detaillierte Ergebnisse für eine ordnungsgemäße Bewertung. Grenzbereich: Diese Forschung erforscht fundamentale Fragen über die Natur von Zeit und Bewusstsein, die unser Verständnis von Kausalität umgestalten könnten.
Häufiger Irrtum: Präkognitionsstudien verwenden bereits existierende Ziele. Realität: Rigorose Präkognitionsforschung verwendet Ziele, die erst nach den Vermutungen generiert werden, wodurch normale sensorische Hinweise oder unbewusstes Wissen ausgeschlossen werden.
Um Präkognition zu etablieren, bräuchten wir groß angelegte Studien mit präregistrierten Protokollen, unabhängige Replikation in mehreren Laboren und Effektgrößen, die groß genug sind, um praktisch bedeutsam zu sein. Diese Studie trägt einen interessanten theoretischen Rahmen bei, aber es fehlen die berichteten Ergebnisse und der Umfang, die für starke Schlussfolgerungen nötig wären.
Um Präkognition zu testen (eine Variante des typischen ESP-Experiments) raten Versuchspersonen Ziele, die noch nicht ausgewählt wurden. Die vorliegende Studie untersuchte, ob Präkognition auftritt, wenn eine Versuchsperson ein Ziel errät, das (a) sie später erfahren wird; (b) jemand anderes, aber nicht sie, später erfahren wird; (c) niemand jemals erfahren wird.
Position: Gemischt
Was bedeutet das?
Das Verblüffendste ist, dass die Teilnehmer offenbar unterschiedlich abschnitten, je nachdem ob sie jemals erfahren würden, ob sie richtig lagen—als ob der zukünftige Akt des Wissens irgendwie rückwärts durch die Zeit reichte, um ihre Vermutungen zu beeinflussen.
Es ist, als würde man versuchen zu erraten, welche Zahl bei einem Würfel herauskommen wird, der noch nicht geworfen wurde - außer dass man in diesem Fall manche Würfelergebnisse später erfahren wird, manche nur der Forscher wissen wird und manche für immer unbekannt bleiben.
Wenn sich diese Befunde als robust erweisen, würden sie nahelegen, dass Bewusstsein und Absicht eine Rolle dabei spielen, wie Information durch die Zeit fließt, was unser lineares Verständnis von Kausalität herausfordert. Der Schaf-Ziege-Effekt würde, falls real, bedeuten, dass Glaubenssysteme unsere Interaktion mit der Realität auf Weise fundamental verändern, die die Mainstream-Wissenschaft noch nicht versteht. Das könnte unsere Konzepte von Geist, Zeit und der Natur von Information selbst revolutionieren.
Diese Studie demonstriert die Wichtigkeit zeitlicher Kontrollen in der Präkognitionsforschung - Ziele müssen nach den Vermutungen generiert werden, um sicherzustellen, dass keine normale Informationsübertragung stattfinden kann.
Begriffe verstehen
Was diese Studie behauptet
Methodik
Die Studie stellte die Hypothese auf, dass ESP-Gläubige ('Schafe') höhere Punktzahlen erzielen würden als Skeptiker ('Ziegen')
weakDie Studie testete, ob das Wissen über Ergebnisse die Präkognitionsleistung in drei verschiedenen Rückmeldungsbedingungen beeinflusst
weakStudenten mit hohen visuellen Vorstellungsfähigkeiten wurden basierend auf einem Screening-Test als Teilnehmer ausgewählt
moderateEin Computer wurde programmiert, um zufällige Ziele nach den Vermutungen zu generieren, um echte Präkognitionstests zu gewährleisten
moderateDiese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.