Wie Zauberkunst Skeptiker in Gläubige verwandelt
Inhalt dieser Studie
Kann ein einziges Wort dafür sorgen, dass Sie an Magie glauben?
Wenn man einen Trick als 'psychisch' statt als 'Magie' bezeichnet, glauben Menschen eher an übernatürliche Kräfte und denken weniger zufällig.
In einem Universitätsklassenzimmer im Jahr 2015 versammelten sich 91 Psychologiestudenten zu dem, was sie für eine Standardvorlesung hielten. Stattdessen sahen sie eine Vorführung, die herausfordern sollte, wie sie über das Unmögliche denken – ganz abhängig davon, welche Einleitung sie gehört hatten.
Kernerkenntnisse
- Das Etikett veränderte vollständig, wie die Studenten das Gesehene erklärten.
- Diejenigen, denen gesagt wurde, es sei 'psychisch', führten die Effekte auf übernatürliche Kräfte zurück, während die 'Magie'-Gruppe clevere Tricks sah.
- Überraschenderweise zeigte die 'psychische' Gruppe auch mehr Wiederholungsvermeidung – sie vermieden es, Zahlen zu wiederholen, als sie versuchten, zufällig zu sein – eine kognitive Verzerrung, die mit paranormalen Überzeugungen verbunden ist.
- Diese Verzerrung blieb bestehen, egal ob vor oder nach der Vorführung gemessen.
Worum geht es?
Die Forscher teilten die Studenten in zwei Gruppen auf. Einer Gruppe wurde gesagt, sie würde eine Vorführung eines Mediums mit übernatürlichen Fähigkeiten sehen. Der anderen Gruppe wurde gesagt, sie würde einen Zauberkünstler mit Fingerfertigkeit und Tricks beobachten. Beide Gruppen sahen dann exakt dieselbe Vorführung. Vor und nach der Show mussten die Studenten Aufgaben erledigen, darunter das Generieren von Zufallszahlen im Kopf, und beantworteten Fragen, wie sie die Effekte erklärten.
Experimentelle Manipulation: 91 Studenten sahen eine identische Zaubervorführung, nachdem sie darauf vorbereitet wurden, dass der Darsteller entweder ein Hellseher mit übernatürlichen Fähigkeiten oder ein Magier mit Tricks sei. Forscher maßen, wie Teilnehmer die Effekte erklärten und testeten ihre Zufallszahlengenerierungsmuster vor und nach der Demonstration.
Teilnehmer, die mit dem Label 'Hellseher' vorbereitet wurden, führten die Effekte auf übernatürliche Kräfte zurück und zeigten eine signifikant stärkere Wiederholungsvermeidung (eine kognitive Verzerrung, die mit paranormalen Glauben verbunden ist) im Vergleich zur 'Magier'-Gruppe, unabhängig davon, ob sie vor oder nach der Demonstration getestet wurden.
Wie gut ist die Evidenz?
91 Studenten nahmen teil – ungefähr die Größe von zwei durchschnittlichen Universitätsvorlesungen. Die mit 'psychisch' vorbereitete Gruppe zeigte signifikant mehr Wiederholungsvermeidung als die mit 'Zauberkünstler' vorbereitete Gruppe, ein Unterschied, der sowohl vor als auch nach der Vorführung stabil blieb, was darauf hindeutet, dass der Rahmungseffekt robust und nicht flüchtig ist.
Anhänger der Parapsychologie könnten argumentieren, dies zeige, wie kulturelle Rahmung anomale Erfahrungen unterdrückt oder verstärkt, was darauf hindeutet, dass 'skeptische' Etiketten echte Psi-Phänomene hemmen. Skeptiker entgegnen, dies zeige die Macht der Suggestion und Bestätigungsfehler – Menschen sehen, was man ihnen sagt, sie zu sehen, was erklärt, warum psychische Vorführungen unter kontrollierten Bedingungen scheitern. Kognitionswissenschaftler sehen es als Beweis, dass paranormale Überzeugungen kognitive Zustände und keine festen Eigenschaften sind, die durch Kontext wie jede andere Wahrnehmung geformt werden.
Mainstream: Die Studie zeigt normale psychologische Priming-Effekte – Etiketten aktivieren Glaubensschemata, die Interpretation und kognitive Muster verzerren. Moderat: Der Glaube an das Paranormale ist ein flexibler kognitiver Zustand, der vom Kontext beeinflusst wird, was darauf hindeutet, dass solche Überzeugungen mehr mit Interpretationsrahmen als mit festen Persönlichkeitsmerkmalen zu tun haben. Grenzbereich: Kontextuelle Suggestion könnte als 'psi-fördernder' oder 'psi-hemmender' Zustand wirken und potenziell erklären, warum paranormale Effekte in der Forschung inkonsistent auftreten.
Viele denken, diese Studie beweise, dass psychische Kräfte real sind, weil die 'psychische' Gruppe daran glaubte. Tatsächlich beweist sie das Gegenteil: Die Vorführung war für beide Gruppen identisch – nur das Etikett änderte sich. Die Studie zeigt, wie leicht unsere Überzeugungen durch Suggestion manipuliert werden können, nicht dass übernatürliche Fähigkeiten existieren.
Um festzustellen, dass Rahmung tatsächlich kognitive Verzerrungen verändert (und nicht nur Berichte), bräuchten wir Replikationen mit größeren, diversen Stichproben, Verhaltensmaßen jenseits von Selbstberichten und Kontrollen für Erwartungseffekte (wo Teilnehmer erraten, was die Forscher hören wollen). Diese Studie erfüllt die Kriterien für einen ersten Hinweis, aber es fehlt an Replikationen und methodischen Kontrollen, die für definitive Schlussfolgerungen über kognitive Flexibilität nötig wären.
Es wird geschlossen, dass sowohl bereits bestehende Überzeugungen als auch kontextuelle Suggestionen die Interpretation anomaler Ereignisse beeinflussen und dass zugehörige kognitive Verzerrungen wahrscheinlich bis ins Erwachsenenalter flexibel bleiben und sich durch tatsächliche Lebensereignisse verändern.
Position: Skeptisch
Was bedeutet das?
Es ist, als würde man jemandem sagen, ein Wein koste 100 € statt 10 €, bevor er ihn probiert – dieselbe Flüssigkeit schmeckt anders je nach Etikett. Diese Studie zeigt, dass 'psychisch' versus 'Zauberkünstler' genauso auf unsere Interpretation unmöglicher Ereignisse wirkt.
Diese Studie illustriert, wie experimentelle Etiketten sich selbst erfüllende Prophezeiungen werden können – die Teilnehmer berichteten nicht nur unterschiedliche Überzeugungen, sie schnitten tatsächlich unterschiedlich bei kognitiven Aufgaben ab, basierend allein auf dem Wort, das sie zuvor gehört hatten.
Begriffe verstehen
Was diese Studie behauptet
Ergebnisse
Die Kennzeichnung einer Vorführung als 'psychisch' anstelle von 'Magie' erhöht die Wahrscheinlichkeit signifikant, dass Zuschauer die Effekte übernatürlichen Kräften statt Zaubertricks zuschreiben.
moderateDie Exposition gegenüber einer 'psychischen' Rahmung führt zu einer stärkeren Wiederholungsvermeidung bei der Generierung von Zufallszahlen im Vergleich zur 'Magie'-Rahmung, was darauf hindeutet, dass diese mit paranormalen Überzeugungen assoziierte kognitive Verzerrung zustandsabhängig ist und nicht rein dispositionell.
moderateDie Erklärungen der Teilnehmer für das anomale Ereignis korrelierten positiv mit ihren vorherigen traditionellen (religiösen) und nicht-traditionellen (paranormalen) Überzeugungen.
moderateInterpretationen
Mit paranormalen Überzeugungen verbundene kognitive Verzerrungen bleiben bis ins Erwachsenenalter flexibel und können sich auf der Grundlage kontextueller Suggestionen und Lebensereignisse verschieben.
weakDiese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.