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Studien / Präkognition / Individuals Who Believe in the Paranorma…

Paranormal-Glaube: Ursache und Wirkung verzerrt?

Fernando Blanco, Itxaso Barberia, Helena MatutePLoS ONE, 2015 Peer-Reviewed
Inhalt dieser Studie
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Warum sehen manche Menschen Muster, die gar nicht existieren?

Gläubige an das Paranormale suchen unbewusst nach bestätigenden Beweisen und schaffen sich selbsterfüllende Illusionen.

In einem Psychologielabor in Spanien untersuchten Forscher 2015, warum manche Menschen starke Überzeugungen übernatürlicher Phänomene entwickeln, während andere skeptisch bleiben. Sie vermuteten, die Antwort läge nicht darin, was Gläubige sehen, sondern worauf sie sich entscheiden zu schauen.

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Kernerkenntnisse

  • Menschen mit stärkeren paranormalen Überzeugungen fielen deutlich häufiger auf gefälschte Ursache-Wirkung-Muster herein als Skeptiker.
  • Das passierte, weil Gläubige aktiv entschieden, mehr 'Treffer' (Fälle, in denen die potentielle Ursache vorhanden war) als 'Fehlschläge' (Fälle ohne die Ursache) zu betrachten – ähnlich wie wenn man nur zählt, wie oft man an jemanden denkt und diese Person dann anruft, aber alle Male ignoriert, wenn die Person anruft, ohne dass man von ihr geträumt hat.
  • Diese Verzerrung zeigte sich jedoch nur, wenn die tatsächliche Beziehung zwischen den Ereignissen unklar oder mehrdeutig war.

Worum geht es?

Die Teilnehmer füllten zunächst Fragebögen aus, die ihren Glauben an paranormale Phänomene wie Präkognition oder Telepathie maßen. Dann absolvierten sie Computertests, bei denen sie wählen konnten, welche Informationen sie sehen wollten – speziell, ob sie mehr Beispiele einer potenziellen 'Ursache' gepaart mit einer 'Wirkung' oder Beispiele ohne die Ursache sehen wollten. Manche der Ursache-Wirkung-Beziehungen waren echt, während andere zufällige Koinzidenzen waren, die gezielt falsche Kausalitätseindrücke erzeugen sollten. Die Forscher verfolgten genau, für welche Informationen sich die Teilnehmer entschieden und wie stark sie anschließend an die Muster glaubten.

Methodik

Teilnehmer füllten Fragebögen zu paranormalen Überzeugungen und Kontingenzlernaufgaben aus, bei denen sie Ursache-vorhanden- versus Ursache-abwesend-Informationen auswählen konnten, um kausale Beziehungen zu beurteilen.

Ergebnisse

Personen mit paranormalen Überzeugungen zeigten stärkere kausale Illusionen als Nicht-Gläubige, ein Effekt, der vollständig durch ihre verzerrte Stichprobenziehung von bestätigenden (Ursache-vorhanden) Fällen vermittelt wurde, aber nur, wenn die zugrunde liegende Kontingenz unklar war.

Wie gut ist die Evidenz?

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Die Studie fand, dass der Zusammenhang zwischen paranormalen Überzeugungen und falscher Mustererkennung zu 100% durch die verzerrte Informationsauswahl vermittelt wurde – das bedeutet, wenn Gläubige nicht entschieden hätten, sich mehr bestätigende Fälle anzusehen, wäre die Korrelation vollständig verschwunden.

Anekdotisch5/100
AnekdotischVorläufigSolideStarkÜberwältigend

Befürworter paranormaler Phänomene könnten argumentieren, dies zeige, dass Gläubige empfindsamer für subtile Muster in der Realität und weniger eingeschränkt durch materialistische Annahmen seien. Skeptiker entgegnen, es bestätige, dass paranormale Überzeugungen aus kognitiven Verzerrungen und fehlerhaftem Denken – spezifisch Bestätigungsfehler und das Versäumnis, widerlegende Beweise zu berücksichtigen – stammen, nicht aus tatsächlichen übernatürlichen Fähigkeiten.

↔ Interpretationsspektrum

Mainstream: Paranormale Überzeugungen sind kognitive Fehler, verursacht durch verzerrte Informationssuche und das Versäumnis, Basisraten zu berücksichtigen. Moderat: Manche kognitive Stile machen Menschen anfälliger für das Erkennen von Verbindungen, was sowohl paranormale Überzeugungen als auch bestimmte kreative Einsichten erklärt, wenn auch nicht unbedingt psychische Kräfte. Grenzwissenschaft: Gläubige könnten auf reale, aber subtile Muster zugreifen, die die materialistische Wissenschaft übersieht, und ihre 'Verzerrung' ist eigentlich eine erhöhte Sensibilität für bedeutsame Zufälle.

Häufiges Missverständnis

Diese Studie beweist NICHT, dass paranormale Fähigkeiten real sind; vielmehr zeigt sie, dass Gläubige möglicherweise geschickter darin sind, sich selbst durch selektive Aufmerksamkeit zu täuschen. Die 'Vorhersagen' waren statistische Illusionen, die durch das eigene Suchverhalten der Teilnehmer entstanden, nicht Beweise für psychische Kräfte.

Überzeugungskraft-Check
2 von 5 Kriterien erfüllt
Erfüllt2/5
Große Stichprobe (N>100)
Peer-reviewed Fachzeitschrift
Repliziert
Signifikanter Effekt
DOI vorhanden

Um zu klären, ob paranormale Überzeugungen echte Fähigkeiten oder lediglich kognitive Verzerrungen widerspiegeln, bräuchten wir Experimente, bei denen Gläubige unter streng kontrollierten, vorab registrierten Bedingungen spezifische zukünftige Ereignisse signifikant besser als durch Zufall vorhersagen, während sie Informationen zufällig und nicht selektiv sichten. Diese Studie erfüllt die Kriterien für das Aufdecken kognitiver Mechanismen der Überzeugungsbildung, testet aber nicht, ob paranormale Behauptungen unter kontrollierten Bedingungen verifiziert werden können.

dass diese Korrelation vollständig dadurch vermittelt wurde, dass die Gläubigen dazu neigten, sich mehr Fälle mit vorhandener Ursache zuzuführen

Position: Skeptisch

Was bedeutet das?

Wie wenn man sein Horoskop nur an Tagen liest, an denen etwas Dramatisches passiert, und dann Astrologie dafür verantwortlich macht, weil man sich nur die 'Treffer' merkt und alle Tage vergisst, an denen die Vorhersage falsch war.

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Wissenschafts-Tipp

Diese Studie verdeutlicht die Wichtigkeit, sowohl 'Treffer' als auch 'Fehlschläge' zu testen, wenn man Behauptungen bewertet – sich nur auf erfolgreiche Vorhersagen zu konzentrieren und dabei Misserfolge zu ignorieren, erzeugt ein verzerrtes Bild der Realität.

Begriffe verstehen

📖
Kausale Illusion
Der Glaube, dass ein Ereignis ein anderes verursacht, wenn sie in Wirklichkeit unverbunden sind, wie zu denken, dass deine Glückssocken deinem Team zum Sieg verhelfen.
📖
Bestätigungsfehler
Die Tendenz, Informationen zu suchen, zu interpretieren und zu behalten, die das unterstützen, woran man bereits glaubt, während widersprüchliche Beweise ignoriert werden.
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Kontingenzerwerb
Das Lernen, ob zwei Dinge zusammenhängen, indem man sie gemeinsam erlebt, wie herauszufinden, ob ein neues Essen Bauchschmerzen verursacht.

Was diese Studie behauptet

Ergebnisse

Der Zusammenhang zwischen paranormalen Überzeugungen und kausalen Illusionen wird vollständig dadurch vermittelt, dass Gläubige dazu neigen, sich mehr Fälle mit vorhandener Ursache als ohne Ursache zuzuführen.

moderate

Paranormale Überzeugungen korrelieren mit der Entwicklung kausaler Illusionen bei laborbasierten Kontingenzlernaufgaben.

moderate

Der Zusammenhang zwischen paranormalen Überzeugungen und kausalen Illusionen tritt nur bei mehrdeutigem Material (niedrige Kontingenz) auf, nicht wenn die tatsächliche Beziehung klar ist.

moderate

Interpretationen

Gläubige schaffen sich durch verzerrte Informationsauswahlstrategien aktiv ihre eigene illusionverstärkende Erfahrung, anstatt dieselbe Information lediglich anders zu interpretieren.

moderate

Diese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.