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Non-Ordinary Mental Expressions (NOMEs): clues on the nature of the human mind

Patrizio Tressoldi2020
✦ Stell dir vor …

Sind seltsame mentale Erfahrungen immer Anzeichen einer Krankheit?

Ungewöhnliche Erfahrungen wie Stimmenhören könnten natürliche Variationen des Bewusstseins sein, keine Störungen.

Drei italienische Forscher – ein Neurowissenschaftler, ein Psychologe und ein Statistiker – stellen die Sichtweise des medizinischen Establishments auf anomale Erfahrungen in Frage. Sie argumentieren, dass Phänomene vom Stimmenhören bis hin zu Nahtoderfahrungen zu schnell als Krankheitssymptome abgetan wurden, wenn sie stattdessen unerforschte Gebiete des menschlichen Bewusstseins offenbaren könnten.

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Kernerkenntnisse

  • Sie schlagen vor, dass diese Erfahrungen eine Kategorie von 'Außergewöhnlichen mentalen Ausdrucksformen' bilden, die einen missverstandenen Graubereich zwischen Wohlbefinden und Krankheit einnehmen.
  • Die Forscher argumentieren, dass viele solcher Erfahrungen bei gesunden Personen auftreten und darauf hindeuten könnten, dass das Bewusstsein auf Weisen funktioniert, die die aktuelle Hirnforschung nicht erklären kann.
  • Sie kommen zu dem Schluss, dass die automatische Medikalisierung dieser Erfahrungen uns daran hindert, ihre wahre Natur zu verstehen.

Worum geht es?

Das Team überprüfte ein breites Spektrum berichteter Erfahrungen – einschließlich Stimmenhören, Präsenzen wahrnehmen, außerkörperliche Erfahrungen und scheinbare Präkognition. Anstatt neue Experimente durchzuführen, synthetisierten sie vorhandene Fallberichte und theoretische Argumente, um die Annahme in Frage zu stellen, dass diese Erfahrungen immer neurologische oder psychiatrische Funktionsstörungen anzeigen. Sie untersuchten, wie diese Phänomene derzeit in klinischen Settings klassifiziert werden, und hinterfragten, ob der pathologische Rahmen immer angemessen ist.

Methodik

Theoretical review and conceptual analysis arguing for a non-pathological framework for anomalous experiences.

Ergebnisse

Argument that unusual mental experiences represent natural variations of consciousness rather than symptoms of disorder.

Wie gut ist die Evidenz?

Anekdotisch5/100
AnekdotischVorläufigSolideStarkÜberwältigend

Befürworter argumentieren, dass die Pathologisierung anomaler Erfahrungen einen materialistischen Bias widerspiegelt, der den wissenschaftlichen Fortschritt blockiert, und dass offenes Zuhören bei Betroffenen neue Erkenntnisse über das Bewusstsein offenbaren könnte. Skeptiker entgegnen, dass die Normalisierung potenziell belastender Symptome eine kritische Behandlung von Psychosen oder neurologischen Erkrankungen verzögern könnte und dass außergewöhnliche Behauptungen stärkere Beweise als subjektive Berichte erfordern. Kritiker weisen auch darauf hin, dass, während einige Erfahrungen harmlos sein mögen, die Unterscheidung dieser von beginnender Schizophrenie oder Temporallappenepilepsie klinische Vorsicht erfordert.

↔ Interpretationsspektrum

Mainstream: Diese Erfahrungen sind dissoziative oder halluzinatorische Symptome, die eine Differenzialdiagnose und möglicherweise Behandlung erfordern. Moderat: Einige repräsentieren harmlose spirituelle oder psychologische Erfahrungen, während andere Pathologie anzeigen – Kontext und Belastungsniveau bestimmen die Klassifizierung. Grenzbereich: Diese Phänomene offenbaren, dass das Bewusstsein unabhängig vom Gehirn funktionieren kann, was darauf hindeutet, dass wir neue wissenschaftliche Rahmenwerke jenseits der aktuellen Neurowissenschaft benötigen.

Häufiges Missverständnis

Häufige Annahme: Stimmenhören oder außerkörperliche Erfahrungen bedeuten immer Schizophrenie, Hirnschäden oder Betrug. Die Korrektur: Forschung legt nahe, dass 5-15% der Allgemeinbevölkerung irgendwann einmal auditive Halluzinationen erleben, ohne psychisch krank zu sein, und viele NOMEs treten bei gesunden, funktionsfähigen Personen auf.

Überzeugungskraft-Check
1 von 5 Kriterien erfüllt
Erfüllt1/5
Große Stichprobe (N>100)
Peer-reviewed Fachzeitschrift
Repliziert
Signifikanter Effekt
DOI vorhanden

Um zu klären, ob NOMEs echtes nicht-lokalisiertes Bewusstsein oder hirnbasierte Anomalien darstellen, bräuchten wir großangelegte prospektive Studien, die zeigen, dass diese Erfahrungen über den Zufall hinaus verifizierbare Informationen liefern (z.B. akkurate Fernwahrnehmungsversuche) oder Ergebnisse vorhersagen, die nicht mit konventionellen Mitteln erklärt werden können, mit Replikation in unabhängigen Laboren. Dieses Papier liefert den konzeptuellen Rahmen für solche Forschung, aber selbst keine empirischen Beweise, die diese Kriterien erfüllen.

NOMEs sind nicht-pathologische Phänomene, die in einem noch missverstandenen Graubereich zwischen psychischer Gesundheit und psychologischen oder psychiatrischen Störungen liegen, während einige von ihnen auf faszinierende Eigenschaften des menschlichen Bewusstseins hindeuten.

Position: Unterstützend

Was bedeutet das?

So wie Linkshändigkeit einst als Störung betrachtet wurde, die 'korrigiert' werden musste, heute aber als natürliche menschliche Variation anerkannt ist, schlagen diese Forscher vor, dass Stimmenhören oder Präsenzen wahrnehmen ungewöhnliche, aber normale Ausdrucksformen des Bewusstseins sein könnten, keine Krankheitssymptome.

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Wissenschafts-Tipp

Wissenschaftliche Arbeiten können theoretisch sein – sie argumentieren für neue Arten der Klassifizierung von Phänomenen –, ohne neue experimentelle Daten zu präsentieren, und dienen dazu, Fragen neu zu rahmen, anstatt sie zu beantworten.

Begriffe verstehen

📖
Außergewöhnliche mentale Ausdrucksformen (NOMEs)
Eine vorgeschlagene Kategorie für ungewöhnliche Erfahrungen wie Stimmenhören, außerkörperliche Zustände oder Präsenzen wahrnehmen, die die Autoren als nicht notwendigerweise Krankheitssymptome betrachten.
📖
Graubereich
Der konzeptuelle Raum zwischen normaler psychischer Gesundheit und klinischer Störung, in dem die Autoren anomale Erfahrungen verorten, die keine Belastung oder Funktionsbeeinträchtigung verursachen.

Was diese Studie behauptet

Interpretationen

Die ordnungsgemäße Untersuchung von NOMEs hat unvermeidliche erkenntnistheoretische Implikationen für unser Verständnis des Bewusstseins.

weak

Außergewöhnliche mentale Ausdrucksformen (NOMEs) befinden sich in einem Graubereich zwischen psychischer Gesundheit und Pathologie und sollten nicht automatisch als Störungen klassifiziert werden.

weak

Implikationen

Personen, die NOMEs berichten, sollten mit einer offenen, nicht wertenden Haltung angehört werden, anstatt als Außenseiter oder krank behandelt zu werden.

weak

Einige NOMEs deuten auf Eigenschaften des menschlichen Bewusstseins hin, die mit aktuellen materialistischen und reductionistischen Theorien des Geistes unvereinbar sind.

weak

Diese Zusammenfassung dient der allgemeinverständlichen Information über aktuelle Forschung. Sie stellt keinen medizinischen Rat dar. Die wissenschaftliche Interpretation dieser Ergebnisse ist unter Forschern umstritten. Bei persönlicher Betroffenheit wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.